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Wenn der Lieblings-Kaffeeautomat länger hält als die Change-Strategie

„Wir führen SAP SuccessFactors ein.“

„Super! Wann ist dieses IT-Projekt denn fertig?“

„Das ist kein IT-Projekt.“

„Hä?“

 

Dieser Dialog zeigt das Grundproblem in vielen Unternehmen: HR-Transformation wird viel zu oft als technisches Projekt verstanden. Neues System drauf, ITler halten den Daumen hoch, alle glücklich.

 

Aber das beste System der Welt bringt nichts, wenn es nicht genutzt wird. Und hier wird es spannend: Menschen hängen am Altbewährten, weil es ihre Komfortzone ist.

 

Selbst wenn Prozesse mühsam sind, vermitteln sie Sicherheit – man weiß, wie sie funktionieren, wo die Stolperfallen liegen und wie man sie umgeht. Der Gedanke, etwas Neues nicht sofort zu beherrschen oder plötzlich „nicht mehr gebraucht zu werden“, löst dagegen schnell Unsicherheit aus.

 

Dadurch entstehen diese Stolpersteine bei der Einführung von SAP SuccessFactors (oder jeder anderen Innovation):

 

  • Widerstand gegen Veränderungen: Gewohnte Abläufe werden verteidigt wie der Lieblings-Kaffeeautomat. „Den gebe ich nicht her – der funktioniert seit 20 Jahren!“
  • Kontrollverlust: Früher konnte man noch ins Coding gucken, aber in der Cloud läuft vieles unsichtbar im Hintergrund.
  • Ängste & Überforderung: von „Wie soll ich mich in dem neuen System zurechtfinden?“ bis zu „Braucht man mich hier bald noch?“ – die Spannweite reicht von Alltagsfrust bis zur Existenzangst.

 

Viele IT-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Akzeptanz.

 

Wer den Sinn nicht versteht, fühlt sich schnell überrollt. Erfolgreiche Einführungen brauchen deshalb eine transparente Kommunikation, praxisnahe Trainings und ein Vorgehen in Schritten, das niemanden überfordert.

 

Ebenso wichtig sind Multiplikatoren im Unternehmen, die als Erste neue Tools testen, Erfahrungen sammeln und ihre Kolleg:innen mitziehen. Und es braucht eine Einführung in Schritten, damit niemand überfordert wird und alle Zeit haben, Vertrauen aufzubauen.

 

Ein Praxisbeispiel: Firma C startete mit einem Pilotteam. Die testeten, gaben Feedback und wurden zu Botschaftern. Nach sechs Monaten war das System unternehmensweit etabliert – mit 95 % Nutzungsrate. Kein Druck, kein Frust, kein Chaos.

 

Am Ende entscheidet nicht der Code, sondern das Verhalten der Menschen. Und wer sie auf dem Weg begleitet, muss auch wissen, wann es Zeit ist, wieder loszulassen – eine Frage, die vor allem unsere Beraterrolle betrifft.

 

 

 

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