Kontakt

KEINE PANIK Vol. 2 – Teil 10: Über den Abgrund hinaus: Wie Teams nach dem Go-live in den Alltag kommen

Logbuchnotizen der Crew des Raumschiffes AURORA über ihre Sta(H)R-Transformation im Mittelstand, den Wert erfahrener Bergführer und ihre Abenteuer auf dem Planeten Datura.

Über die Brücke ins Ungewisse

Es gibt Momente, da fragt man sich, wer auf die Idee gekommen ist, eine schmale, klapprige Holzkonstruktion über eine Schlucht zu spannen und das dann als „Brücke“ zu bezeichnen. Vermutlich war das jemand, der noch nie bei einem Sturm versucht hat, einen Abgrund zu überqueren.

Captain Levaro geht als Erster. Die Planken unter seinen Füßen schaukeln, das poröse Seil schneidet in seine Finger, und obwohl es eisig ist, läuft ihm der Schweiß übers Gesicht. Priya, Leo und Falk folgen Schritt für Schritt.

Priya versucht tapfer, die Stimmung zu heben: „Wie gut, dass Sie die Stechuhr mitgenommen haben, Captain.“

Levaro lacht nervös. „War halt so ein Bauchgefühl.“

Eine Böe trifft die Brücke seitlich, alle geraten ins Straucheln.

Falks Stimme überschlägt sich: „Mein Bauchgefühl würde gerade lieber umdrehen!“

Levaro ruft: „Nicht aufgeben, Leute. Wir sind gleich drüben!“

Das Kichern aus dem Nebel: Der alte Systemgeist

Falk greift mit zitternden Händen nach dem Messgerät, um die Signalstärke zu prüfen. Ein Ruck bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Er klammert sich ans Seil, dabei rutscht ihm das Gerät aus der Hand, fällt in die Tiefe und verschwindet nach Sekunden im Nebel. Die Brücke beginnt jetzt richtig zu schaukeln.

Für einen Moment besteht die Gruppe nur noch aus Händen, Seilen und panischem Atmen.

Von hinten klingt Norberts spöttisches Kichern herüber, als würde das alte System selbst sagen: „Hab ich’s nicht gesagt?“

Priya jammert: „Der Bedenkenträger freut sich auch noch, dass wir scheitern!“

Leo antwortet: „Er freut sich nur, weil er denkt, dass er recht hat. Menschen sehen besonders gern die Dinge, die ihre Meinung bestätigen.“

Die vier tasten sich vorsichtig weiter.

„Rede weiter, Leo!“, fleht Falk. „Erzähl irgendwas, bis wir drüben sind!“

„Wer an alten Systemen festhält, sucht unbewusst nach Belegen, dass das Neue schlechter ist“, fährt Leo fort. „Jede Fehlfunktion, jedes Stolpern bestätigt, was er schon immer gedacht hat. Das nennt sich Confirmation Bias.“

Endlich erreicht Levaro das sichere Gestein, dreht sich um und zieht Priya, Leo und Falk nacheinander zu sich auf festen Boden.

Falk schaut Levaro betreten an und sagt: „Ich habe das Messgerät verloren, Captain. Tut mir leid.“

Levaro legt ihm die Hand auf die Schulter. „Machen Sie sich keine Gedanken. Das brauchen wir nicht mehr. Gleich wissen wir, ob das Signal noch da ist.“

Wenn alles auf eine Verbindung ankommt

Am Signalturm angekommen, stemmt sich die Crew gegen den Wind. Falk zieht das Pad hervor, das Maya Bex ihm an der Brücke zugesteckt hat, und reckt es in die Höhe.

„Kein Signal!“, brüllt er gegen das Heulen des Sturms.

Priya ruft zurück: „Maya hat gesagt, dass wir dann höher gehen müssen!“

Levaro hat sich längst mit dem Rücken an die Turmwand gepresst. „Leo, zu mir!“

Leo stellt sich Schulter an Schulter neben ihn. Falk drückt Priya das Pad in die Hand. Der Wind reißt an ihren Haaren, als sie sich auf die verschränkten Hände ihrer Kollegen stellt. Leo und Levaro stemmen sich gegen den Sturm, Falk hält den Atem an.

Priya schiebt sich weiter nach oben, einen halben Zentimeter, dann noch einen. Irgendwo im Inneren des Turms beginnt es zu summen.

„Halten!“, ruft Priya.

Das Summen im Turm wird lauter.

Alle erstarren. Die Verbindung steht. Eine Sekunde. Zwei. Drei. Dann flackert die Anzeige kurz auf – und springt auf Grün. Das Summen des Signalsturms verstummt in der gleichen Sekunde.

Priya lässt sich mit weichen Knien vorsichtig hinab. „Wir haben es geschafft!“, schreit sie.

Levaro meint ein enttäuschtes Brummen vom anderen Ende der Brücke zu hören und schließt Priya lachend in die Arme.

„Na seht ihr? War doch gar nicht so schwer …“

„Captain!“, ruft Priya entrüstet.

Levaro hebt die Hände. „Schon gut. Das nächste Mal holen wir uns früher Hilfe an Bord.“

Falk schaut in den Himmel. „Der Sturm lässt nach.“

Leo grinst. „War ja klar, dass das eben nur eine dramaturgische Untermalung war!“

Projektabschluss auf galaktisch

Als sie die andere Seite erreichen, fallen sich alle für einen Moment wortlos in die Arme.

„Wenn wir zurück sind, schulen wir sofort alle an Bord“, sagt Levaro. „Bevor irgendjemand auf die Idee kommt, einfach weiterzumachen wie bisher.“

Priya grinst. „Und was machen wir mit den Ewoks im Maschinenraum?“

Levaro schaut in den Himmel, als könne er sein Raumschiff sehen. „Eigentlich müssten wir sie feuern. Aber irgendwie gehören sie jetzt dazu. Vielleicht finden wir einen Job für sie … vorausgesetzt, sie benutzen das neue System.“

Nach dem Go-live beginnt der Teil, den viele unterschätzen

Der Moment, in dem das Signal einrastet, ist der Auftakt zum nächsten, oft unterschätzten Abschnitt. Denn wenn ein neues System live geht, passieren zwei Dinge gleichzeitig: Die Technik läuft – und der Alltag beginnt.

Plötzlich öffnet irgendwo eine Mitarbeiterin wieder ihre alte Excel-Tabelle, weil sie sich mit dem neuen Tool noch nicht sicher fühlt. Ein Vorgesetzter genehmigt einen Urlaubsantrag auf dem alten Weg, weil ihm niemand gezeigt hat, wo er den neuen findet.

Was in den ersten Wochen zählt:

  • Hypercare ist Pflicht. Nach dem Go-live braucht jedes Team eine klare Anlaufstelle für Fragen, Fehler und Unsicherheiten. Wer das nicht einplant, bekommt trotzdem Anfragen – nur eben ungefiltert und ohne die Chance, Muster rechtzeitig zu erkennen.
  • Schattenprozesse sind Warnsignale. Wer weiter Excel öffnet, tut das nicht aus Trotz. Es fehlt entweder das Vertrauen ins neue System oder das Wissen, wie es funktioniert. Beides lässt sich beheben, wenn man es früh genug erkennt.
  • Das Know-how muss im Unternehmen bleiben. Priyas Notizbuch funktioniert, weil sie es selbst geschrieben hat. Xayambe hilft, dieses Wissen so zu strukturieren, dass es dem ganzen Team gehört und nicht mit dem letzten Projektstatus-Update verschwindet.
  • SuccessFactors ist keine Einmal-Einführung. Die ersten Wochen nach dem Go-live zeigen, welche Prozesse wirklich passen, wo nachgesteuert werden muss und welche Möglichkeiten noch offen sind.

Xayambe begleitet Teams genau durch diese Phase: von der Abnahme bis zu dem Punkt, an dem das neue System nicht nur technisch, sondern auch im Alltag wirklich funktioniert.

Die letzte Hürde: Ein Antrag auf Datura

Die MERIDIAN-Crew hat sich sehr viel Mühe gegeben, um das Team der AURORA nach der anstrengenden Expedition zu empfangen. Am Fuß des TRUDJDELIKUMKUMSAP4000 spannen Navara und Morten Lichterketten zwischen die Felsen, bis der ganze Lagerplatz in warmes Licht getaucht ist. Auf einem provisorischen Tisch aus Transportkisten stehen Gläser, Flaschen und Kaffeekannen.

Als die Crew das Basislager endlich erreicht, fallen sich alle in die Arme. Maya Bex schüttelt einem nach dem anderen feierlich die Hand. „Ich wusste, dass ihr es schafft.“

„Mit der richtigen Begleitung ist das doch ein Spaziergang“, antwortet Captain Levaro und zwinkert Captain Tyrell zu.

Tyrell drückt Levaro einen Datura Sunrise in die Hand und stößt mit ihm an. „Ich habe gehört, ihr hattet einen Norbert.“

Levaro lacht. „Habt ihr auch einen gehabt?“

„Die gibt es überall“, antwortet Tyrell trocken.

Levaro grinst Tyrell schief an. „Unangenehm. Obwohl er es mit seinen Bedenken wahrscheinlich nur gut meinte.“

Tyrell nickt. „Und er hat euch schließlich den Weg freigegeben.“

„Unsere HR-Leiterin hat ihn überzeugt.“

Levaro schaut zu Priya, die sich gerade von Korvo löst und ihm ein Pad hinstreckt.

„Ich habe einen Antrag für Sie, Captain.“

Levaro liest: „Ein Urlaubsantrag. Soso … Antragstellerin: Priya Malhotra. Gewünschter Zeitraum: die nächsten fünf Tage. Ort: Datura.“ Zögernd schaut er auf. „Aber wir müssen unsere Crew im neuen System schulen.“

Maya tritt zu den beiden. „Ich übernehme das erste Training. Sie können Priya beruhigt in den Urlaub schicken.“

Levaro hebt eine Augenbraue. „Ach, das machen Sie auch?“

Maya lächelt: „Alles, was Ihrer Crew den Start erleichtert.“

„Also gut. Genehmigt“, sagt er schließlich. „Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub.“

Logbuch (Ende für diese Staffel)

Varek, der Erste Offizier der MERIDIAN, tritt auf Maya Bex zu. „Ich nehme an, Ihr Einsatz hier ist beendet?“, fragt der Vulkanier mit auffällig kontrollierter Stimme.

Maya lächelt. „Ich werde noch die eine oder andere Crew-Schulung durchführen. Aber dann werde ich gehen. “

Varek nickt melancholisch. „Ja, das klingt nach einem guten Plan.“

Tyrell tritt zu den beiden. „Das klingt vor allem nach dem Beginn eines neuen Abenteuers!“

„So ist es. Mal sehen, welches Team mich als Nächstes braucht“, sagt Maya und zwinkert Varek zu.

Der Vulkanier sieht seinen Captain an. „Hatten wir nicht letztens … Dings … also … war da nicht was?“

Tyrell lacht. „Ich weiß nicht, was Sie meinen. Bei uns läuft doch gerade alles wunderbar!“

(Verehrte Leser und Leserinnen: Falls ihr es noch nicht wusstet: Solche Sätze versteht das Universum IMMER als eine Einladung! Vermutlich beginnt irgendwo auf der MERIDIAN schon etwas bedenklich zu summen.)

Habt ihr auch schon erlebt, dass das eigentliche Projekt erst dann beginnt, wenn das offizielle Projekt aufgehört hat? Oder hat jemand in eurem Team nach dem Go-live weiterhin heimlich mit der Lieblings-Excel-Liste gearbeitet? Und mal ehrlich: Wer von euch hat schon einmal laut gesagt „Jetzt läuft alles wunderbar“, kurz bevor das Universum da anderer Meinung war?

Artikel teilen:

LinkedIn
XING
Facebook

Ihr Tourguide
zum Erfolg

Bild von Team Xayambe

Team Xayambe

Kontakt aufnehmen:

Kontaktieren

Weitere lesenswerte Artikel

Kontaktieren
Sie uns

Days :
Hours :
Minutes :
Seconds
data_experience

Sei live dabei am 10. Juli 2026 & Sichere dir jetzt dein Ticket