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Teil 4: Insellösungen im Orbit: Die Stunde der Wahrheit für jede HR-Datenbank

Zurück an Bord der MERIDIAN: Logbuchnotizen über eine Flotte ohne gemeinsames Fundament, ein wachsendes schwarzes Loch und eine Deadline, die ihren Namen diesmal wirklich verdient.

Vier Schiffe, vier Datenquellen

Nach der ersten Rundreise zu den vier Schiffen der zukünftigen Flotte breitet Ilim zurück auf der MERIDIAN seine Notizen auf dem Kommandotisch aus. Es sieht aus, als hätte jemand ein halbes Dutzend Landkarten übereinandergelegt, die alle dasselbe Gebiet zeigen und trotzdem nirgends übereinstimmen.

„Also“, fasst Morten zusammen, der neugierig herübergekommen ist, „entweder werden alle gleich, oder der Schutzschirm hält nicht. Klingt nach einem ziemlich unlösbaren Problem.“

„So dramatisch ist es nicht. Wir müssen nur die Basisdaten vereinheitlichen“, antwortet Fabian. „Die SELUNA zum Beispiel behält ihren Mondkalender. Sie muss ihn nur so einspeisen, dass die anderen Schiffe damit arbeiten können.“

Ilim zieht drei Notizen zur Mitte des Tisches und schiebt den Rest an den Rand. „Diese Informationen hier brauchen wir von allen Schiffen für die Generierung eines großen Schutzschirms. Alles andere darf bleiben, wie es ist – nur zentral erfasst.“

„Wo fangen Sie an?“, fragt Varek.

„Mit der SELUNA. Die Umrechnung ins System dauert höchstens einen Tag. Danach ist die Erste Offizierin nicht länger der einzige Mensch an Bord, der den Schichtplan lesen kann.“ Fabian klappt sein Pad zu. „Ilim und ich fliegen sofort rüber.“

„Sehr vernünftig.“

„Und Sie“, sagt Fabian, „schauen sich in der Zwischenzeit die MERIDIAN an.“

Varek blinzelt. „Die MERIDIAN funktioniert.“

„Das hat der Captain der BUTHARA auch gesagt.“

Varek zieht eine Augenbraue hoch. „Und Sie beide fliegen allein? Übt man auf der Erde, mit einem Shuttle durch das All zu fliegen?“

„Ja, natürlich“, antwortet Fabian mit gebotenem Ernst. „Ilim und ich haben das in der Simulation oft gemacht. Sehr oft.“

„Und wie heißt diese Simulation?“, fragt der Vulkanier argwöhnisch.

Ilim räuspert sich. „Elite Dangerous. Ein sehr anspruchsvolles Programm.“

Varek runzelt die Stirn. „Aha. Noch nie gehört. Aber wenn das so ist: Guten Flug.“

Der Vulkanier wendet sich seiner Konsole zu und sieht nicht, wie Fabian und Ilim sich auf dem Weg zum Ausgang grinsend abklatschen.

Wenn Routine zur Falle wird

Zwei Stunden nach dem Abflug des Shuttles meldet sich Navara von der Brücke.

„Commander, ich habe hier etwas in der Schirmachse. Ungefähr auf halber Strecke nach Proxima-Vier.“

„Was konkret? Einen Kometen? Oder Weltraumschrott?“

„Dafür ist die Masse zu groß und unbeweglich.“ Navara tippt auf ihrer Konsole. „Die Sensoren geben mir drei verschiedene Werte, je nachdem, welchen Filter ich anlege.“

Varek betrachtet den grauen Fleck auf dem Hauptschirm. „Wie alt ist die Kalibrierung der Fernsensoren?“

Navara sieht nach. „Vierzehn Monate.“

„Dann setzen Sie eine Neukalibrierung auf die Liste. Ich vermute einen Messfehler.“ Varek wendet sich zur Tür. „Ich bin auf den Datendecks, falls jemand mich sucht.“

Navara sagt nichts. Sie markiert den Fleck und lässt ihn auf dem Schirm stehen.

Varek geht die drei Decks nach unten in der festen Erwartung, dort nichts zu finden. Es ist der zweite Irrtum an diesem Vormittag, aber das weiß er noch nicht.

Sieben Listen (vielleicht auch acht), viele Redundanzen und null Klarheit

Auf dem ersten Datendeck findet Varek eine Crewliste. Auf dem zweiten findet er eine weitere. Sie ähneln sich, stimmen aber nicht überein.

„Das hier ist die aktuelle“, sagt Morten und deutet auf einen Bildschirm.

„Und die hier?“, fragt Varek.

„Ähm, auch eine aktuelle. Nur von der Nachtschicht gepflegt.“

Varek dreht sich langsam zu ihm um. „Wie viele Listen mit Crewdaten gibt es auf diesem Schiff?“

Morten zählt an den Fingern nach. „Sieben. Vielleicht acht. Eine liegt bei der Kombüse, weil die Köche wissen müssen, wer welche Allergie hat.“

„Und das erscheint Ihnen sinnvoll?“

„Das läuft seit Jahren so, Commander. Wir hatten damit noch nie Probleme.“

N3RV rollt zwischen den Regalen hervor. „Redundante Datenhaltung: derselbe Sachverhalt wird an mehreren Stellen unabhängig voneinander gepflegt. Führt zu Mehraufwand und widersprüchlichen Auskünften.“

Varek atmet schwer aus. „Danke, N3RV.“

„Auf diesem Schiff existiere ich übrigens in vier Versionen. In zweien bin ich als Gerät geführt, in einer als Besatzungsmitglied und in einer als Inventar.“

Varek reibt sich die Stirn. „Und wenn sich etwas ändert? Ein Wohnort, eine Qualifikation, eine Schichtzuordnung?“

„Dann ändern wir das in der Liste, die gerade vor uns liegt.“

„Und die übrigen sechs?“

„Die werden angepasst, wenn jemand Zeit hat.“

„Also nie.“

„Also wenn jemand Zeit hat.“ Morten verschränkt die Arme. „Commander, wir fliegen dieses Schiff seit zwölf Jahren. Es ist noch nie jemand vergessen worden.“

„Das ist nicht vergleichbar mit der BUTHARA“, sagt Varek. „Dort läuft ein System ohne Support. Wir haben lediglich mehrere Listen.“

„Genau.“ Morten nickt zufrieden. „Sag ich ja.“

In diesem Moment meldet sich Ilim über Funk. Im Hintergrund hört man die Erste Offizierin der SELUNA lachen.

„Commander, kurzes Status-Update: Die automatische Umrechnung der Schichtplanung läuft im Testbetrieb. Zwei weitere Crew-Mitglieder werden gerade eingearbeitet. Und die Erste Offizierin hat zum ersten Mal seit vier Jahren einen Urlaubsantrag gestellt.“

„Verstanden.“ Varek blickt auf sieben Bildschirme mit sieben verschiedenen Wahrheiten. „Bei uns gibt es … nun ja … ebenfalls Fortschritte.“

Die Rückkehr der Vergangenheit

Plötzlich ertönt im ganzen Schiff ein Signal.

„Oh je“, flüstert Morten. „Alarmstufe Gelb. Vielleicht ist das schwarze Loch in den letzten Stunden schneller gewachsen als berechnet.“

Da klingt Navaras Stimme über die Lautsprecher.

„Commander Varek, kommen Sie bitte sofort auf die Brücke.“

Varek rennt los. Als er die Kommandobrücke erreicht, ist der graue Fleck auf dem Hauptschirm kein Fleck mehr. Er hat Kanten, eine Länge und einen Schatten. Was dort in der Schirmachse treibt, ist ein Raumschiff, größer als alles, was diese Flotte je gebaut hat. Die Hülle wirkt aufgerissen, ein Teil des Hecks fehlt.

„Wie lange treibt dieses Geisterschiff da schon?“, fragt Varek leise.

„Nach der Bahnberechnung seit mindestens siebzehn Jahren.“ Navara legt einen Kanal auf. „Und es sendet noch.“

Ein leises, regelmäßiges Pochen füllt die Brücke. Es wiederholt sich alle vierzig Sekunden.

Varek sieht auf die Anzeige, auf der Navara den Fleck markiert hat. Sie steht seit vier Stunden dort.

„Navara. Rufen Sie sofort die Kapitäne der Flotte zusammen.“

Flottenrat am Limit

Auf den Bildschirmen der MERIDIAN erscheinen vier besorgte Gesichter.

„Was ist das da draußen?“, fragt der Captain der BUTHARA.

„Ein Geisterschiff natürlich. Das sieht doch jeder Idiot auf einen Blick!“, poltert Captain Orrek.

„Meine Herren, bitte. Das Objekt liegt exakt in der Achse, in der wir den Schutzschirm aufspannen wollen. Solange es dort treibt, lässt sich der Schirm nicht über Proxima-Vier legen.“

Orrek verschränkt die Arme. „Und warum sehen wir das erst jetzt?“

„Weil ich es heute Vormittag für einen Messfehler gehalten habe. Die Verantwortung dafür liegt bei mir.“

Es wird kurz still auf allen vier Bildschirmen.

Dann schaltet sich Captain Sorrel von der SELUNA dazu.

„Wenn ich an dieser Stelle kurz berichten darf: Bei uns läuft die Umstellung durch die Herren von Xayambe übrigens hervorragend. Die Schichtplanung ist im System hinterlegt, und wir haben die Besatzungsliste bereinigt. Sechs Einträge weniger, alle sauber dokumentiert.“

„Captain Sorrel“, sagt Levaro von der AURORA.

„Ja?“

„Vor uns treibt ein Wrack von zwei Kilometern Länge in unserer Schirmachse.“

„Ich weiß.“ Sorrel nickt eifrig. „Deshalb ist es ja gut, dass wir mit der Schichtplanung durch sind.“

„Captain Sorrel hat nicht unrecht“, sagt Varek, bevor Orrek antworten kann. „Wir werden dieses Wrack nicht beseitigen, indem wir die Arbeit an unserer Datenbasis einstellen. Beides läuft parallel weiter. Ich statte dem Schiff morgen einen Besuch ab, damit wir wissen, womit wir es zu tun haben.“

„Oder wir räumen es einfach aus dem Weg“, sagt Orrek. „Das ginge deutlich schneller.“

„Ohne zu wissen, was sich an Bord befindet?“

Orrek verschränkt die Arme. „Sie werden schon sehen, wohin Sie das führt.“

Die Bildschirme werden dunkel. Navara sieht ihn an.

„Das war gar nicht schlecht, Commander.“

„Ich wünschte trotzdem, dass Captain Tyrell hier wäre. Hoffentlich hat der Bote ihn inzwischen über unsere Lage informiert.“

Stille Post im HR-Alltag

Am Abend kehrt Varek noch einmal auf die Datendecks zurück, weil die Arbeit nicht wartet.

Morten hat inzwischen alle Datenspeicher auf einen einzigen Schirm geholt. Was dort erscheint, sieht aus wie der Netzplan einer Stadt, die beim Bauen vergessen hat, wohin die Linien führen sollen. Speicher, die auf andere Speicher zeigen. Schnittstellen, die jemand vor Jahren gebaut hat und die keiner mehr anfassen will.

Eine Linie führt aus dem Gewirr heraus und endet im Leeren.

„Was ist das?“, fragt Varek.

„Keine Ahnung.“ Morten kratzt sich am Kopf. „Diese Schnittstelle schalten wir nicht ab, damit nichts kaputtgeht.“

Varek folgt der Linie mit dem Finger. „Sie sendet jede Nacht Personaldaten an ein System, das seit vier Jahren stillgelegt ist.“

„Oh.“

„Vier Jahre lang hat dieses Schiff jede Nacht Daten an niemanden geschickt. Und es ist niemandem aufgefallen, weil niemand hingesehen hat.“

Morten sagt nichts.

Varek betrachtet den Schirm noch einen Moment. Dann sagt er etwas, das er am Vormittag noch nicht gesagt hätte.

„Ich nehme meine Aussage von heute Mittag zurück. Wir sind nicht besser als die BUTHARA. Wir haben unser Chaos nur besser versteckt.“

„Und jetzt?“, fragt Morten.

„Jetzt entscheiden wir, welche Liste gilt.“

Morten sieht auf die sieben Bildschirme. „Die von der Nachtschicht ist die gepflegteste.“

„Dann übertragen Sie alles, was in den anderen steht und in dieser Liste fehlt. Ohne Dubletten.“

„Commander, das sind über achthundert Einträge.“

„Dann fangen Sie am besten sofort an.“ Varek nickt zur Konsole. „Der Rest wird danach abgeschaltet. Nicht gelöscht, abgeschaltet. Wer künftig etwas ändert, ändert es dort und nirgendwo sonst.“

„Was ist mit der Liste aus der Kombüse?“

„Die Köche bekommen Zugriff auf die eine Liste.“

„Und wenn die etwas ändern?“

„Dann sehen wir es alle. Genau das ist der Punkt.“ Varek wendet sich zur Tür. „Melden Sie mir, wenn es steht. Ich bin auf dem Weg zum Shuttle.“

System of Record statt Datensalat

Was Varek auf den Datendecks findet, kennen viele Unternehmen aus ihrer eigenen HR-Systemlandschaft. Über Jahre entstehen Insellösungen, parallele Listen und Schnittstellen, die einmal als Übergang gedacht waren und dann nie wieder verschwinden. Der entscheidende Schritt ist eine klare Zielarchitektur: Welches System führt künftig die Stammdaten als System of Record, und welche Systeme übernehmen nur noch die Interaktion mit den Mitarbeitenden als Systems of Engagement?

In einer sauber aufgesetzten Landschaft übernimmt Employee Central die führende Rolle für personelle Stammdaten. Alle anderen Systeme greifen auf diese Quelle zu, statt eigene Kopien zu pflegen oder Daten manuell weiterzureichen.

Was das im Alltag bringt:

  • Ein Mitarbeitender wird nur noch an einer Stelle angelegt, wodurch Dubletten und widersprüchliche Datensätze reduziert werden.
  • Manuelle Zwischenschritte entfallen, sodass weniger Fehler entstehen und weniger Zeit für Übertragungen verloren geht.
  • Abgelöste Systeme und überflüssige Schnittstellen werden sichtbar, statt weiter unbemerkt im Hintergrund zu laufen.
  • Berechtigungen und Datenflüsse lassen sich wieder besser überblicken.

Der schwierigste Teil dieser Aufgabe ist übrigens selten die Technik. Er besteht darin, gewachsene Lösungen infrage zu stellen, die jahrelang niemandem Probleme bereitet haben. Xayambe hilft, diese Landschaft zu entwirren: Auf der SELUNA wurde bereits die Schichtplanung automatisiert und Wissen zentralisiert. Auf der MERIDIAN werden Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengeführt. Schritt für Schritt entsteht so eine zentrale Basis, die mehr kann als jede Insellösung.

Logbuch, Ende (für heute)

Sieben Listen, eine Schnittstelle, die vier Jahre lang ins Leere gesendet hat, und ein Commander, der an einem einzigen Tag zweimal etwas für unproblematisch gehalten hat, ohne genauer hinzusehen.

Auf der SELUNA hat die Erste Offizierin nach vier Jahren zum ersten Mal Urlaub beantragt, und auf der MERIDIAN weiß man jetzt, welche Liste gilt. Vor der Flotte allerdings treibt ein Wrack von zwei Kilometern Länge genau dort, wo sich in vier Tagen und sechs Stunden der Schutzschirm auffächern soll.

Ach ja, und der Kurier, der Captain Tyrell aus dem Urlaub zurückholen soll? Der hängt inzwischen auf einem Mond fest, dessen einzige Tankstelle geschlossen hat. Er lässt ausrichten, es dauere nur noch ein kleines bisschen.

Wie viele Systeme laufen bei euch mit, die eigentlich niemand mehr braucht? Und weiß jemand genau, welche Daten sie noch verschicken?

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