SAP SuccessFactors 2H 2026: Welche Release-Termine sind wichtig?
Das zweite große SAP SuccessFactors Release des Jahres 2026 erreicht die Preview-Phase am 12. Oktober. Die Produktivaktualisierung ist für November vorgesehen. Im SAP-Release-Kalender werden der 13. und 14. November als Production-Termine genannt; an anderer Stelle erscheint der Zeitraum vom 13. bis 15. November.
Wir empfehlen deshalb, nicht ausschließlich mit einem allgemeinen Kalenderdatum zu planen. Entscheidend ist der verbindliche Upgrade-Zeitplan für euren eigenen Tenant.
- 12. Oktober 2026: Beginn der Preview-Phase.
- 13.–14. November 2026: im Release-Kalender genannte Production-Termine. Den konkreten Zeitraum für euren Tenant solltet ihr bestätigen.
- Vor dem Produktiv-Upgrade: betroffene Funktionen, Integrationen, Berechtigungen und Geschäftsprozesse prüfen und notwendige Tests dokumentieren.
Die Preview ist mehr als eine Gelegenheit, neue Funktionen und Oberflächen kennenzulernen. Sie ermöglicht es, Änderungen im Zusammenspiel mit bestehenden Konfigurationen, Schnittstellen und HR-Prozessen zu bewerten.
Wie umfangreich die Tests ausfallen sollten, hängt von euren eingesetzten Modulen, aktivierten Funktionen und individuellen Erweiterungen ab. Deshalb betrachten wir Release-Änderungen nicht isoliert, sondern immer im Kontext der bestehenden Systemlandschaft.
Autonomous HCM und Joule: Was bedeutet das für Unternehmen?
SAP stellt das 2H-2026-Release in den Kontext von Autonomous HCM. Dahinter steht die strategische Ausrichtung, HR-Prozesse mithilfe von künstlicher Intelligenz, vernetzten Anwendungen und verlässlichen Personaldaten stärker zu automatisieren.
Ein zentraler Bestandteil dieser Entwicklung ist Joule, SAPs KI-Assistent. Mit Joule Assistants und Joule Work verfolgt SAP das Ziel, Aufgaben über Anwendungen und Prozessschritte hinweg zu unterstützen und Arbeitsabläufe stärker miteinander zu verbinden.
Für uns ist dabei eine Unterscheidung entscheidend: Eine strategische Produktvision ist nicht gleichbedeutend mit einer Funktion, die im eigenen Tenant bereits verfügbar, lizenziert, konfiguriert und einsatzbereit ist. Verfügbarkeit und Voraussetzungen müssen für jeden relevanten Anwendungsfall gesondert geprüft werden.
Welche Joule-Voraussetzungen HR-IT jetzt prüfen sollte
- Relevante Anwendungsfälle: Welche wiederkehrenden HR-Aufgaben verursachen besonders viel manuellen Aufwand?
- Technische Voraussetzungen: Welche SAP-Anwendungen, Berechtigungen, Integrationen und gegebenenfalls zusätzlichen Produkte werden benötigt?
- Datenqualität: Sind Mitarbeiter-, Organisations- und Qualifikationsdaten vollständig, konsistent und aktuell?
- Berechtigungen und Datenschutz: Auf welche personenbezogenen Daten darf ein KI-Assistent im jeweiligen Nutzungskontext zugreifen?
- Kontrolle und Nachvollziehbarkeit: Welche Aktionen benötigen eine menschliche Freigabe und wie werden Ergebnisse dokumentiert?
Wir empfehlen, zunächst einen klar abgegrenzten Anwendungsfall auszuwählen und dessen Nutzen, Risiken, technische Voraussetzungen und Erfolgskriterien zu definieren. So lässt sich der tatsächliche Mehrwert bewerten, ohne aus einer Produktankündigung vorschnell ein unternehmensweites KI-Projekt abzuleiten.
Weiterführende Informationen: SAP SuccessFactors 2H 2026 Release: Delivering the Future of Human Capital Management.
Performance & Goals: Zielprozesse und Konfiguration überprüfen
Performance & Goals gehört zu den Bereichen, in denen Unternehmen die Auswirkungen des Releases auf ihre bestehenden Prozesse gezielt bewerten sollten. Relevant sind insbesondere Zielplanung, Zielabstimmung, Performance-Bewertungen, kontinuierliches Feedback und die verwendeten Vorlagen.
Die neueste Version von Goal Management unterscheidet sich strukturell und funktional vom Legacy Goal Management. SAP beschreibt unter anderem Änderungen an Zielausrichtung, Teamverwaltung und Konfiguration. Bestehende Implementierungen müssen deshalb anhand ihrer tatsächlichen Nutzung und der dokumentierten Änderungen bewertet werden.
Wir empfehlen, die eingesetzte Version und die verwendeten Funktionen zunächst systematisch zu erfassen. Falls das bestehende Legacy Goal Management genutzt wird, gehören diese Punkte in den Testplan:
- An welchen Stellen wird das Legacy Goal Management verwendet und eingesetzte Funktionen erfassen.
- Bestehende Zielplanvorlagen und kundenspezifische Konfigurationen auf Kompatibilität prüfen.
- Workflows, Berechtigungen, Zielzuweisungen und Genehmigungsprozesse testen.
- Auswirkungen auf aktive Zielpläne, historische Daten und bestehende Reports bewerten.
- KI-gestützte Funktionen nur dann einplanen, wenn Verfügbarkeit und Voraussetzungen bestätigt sind.
Eine Migration sollte nicht allein deshalb erfolgen, weil eine neuere Version verfügbar ist. Zunächst müssen Funktionsunterschiede, mögliche Auswirkungen auf bestehende Daten und Prozesse sowie der erforderliche Anpassungsaufwand geklärt werden.
Quellen: SAP Help Portal: Key Differences from Legacy Goal Management und SAP Community: Performance and Goal Management – 2H 2026 Updates.
SAP SuccessFactors und Microsoft Teams: HR-Prozesse im Arbeitsalltag
Die SAP SuccessFactors App für Microsoft Teams ermöglicht es Beschäftigten und Führungskräften, bestimmte HR-Aufgaben direkt in ihrer gewohnten Arbeitsumgebung zu erledigen. Das 2H-2026-Release ergänzt Funktionen rund um Abwesenheitsanträge und Ziele.
Abwesenheiten und Zielstatus
Bei der Schnellaktion zur Beantragung von Abwesenheiten wird die Zeitkontenbelastung gesondert angezeigt. Beschäftigte können dadurch vor dem Absenden besser erkennen, wie sich die beantragte Abwesenheit auf ihr Zeitkonto auswirkt.
Außerdem können Beschäftigte über Benachrichtigungen und die Home-Ansicht in Teams auf Ziele reagieren, deren Fälligkeit näher rückt oder bereits überschritten wurde. Noch nicht abgeschlossene Ziele können weiterhin im To-do-Bereich angezeigt werden.
Was bei der Einführung zu beachten ist
- Prüfen, ob die Teams-App eingerichtet ist und die erforderliche Konfiguration vorliegt.
- Betroffene Schnellaktionen und Benachrichtigungen in den relevanten Nutzungsszenarien testen.
- Berechtigungen und Zugriff auf personenbezogene Informationen kontrollieren.
- Verantwortlichkeiten zwischen HR, IT und Microsoft-365-Administration abstimmen.
- Die Einführung anhand konkreter Prozesse und Nutzergruppen planen.
Die Verfügbarkeit einer Teams-Funktion bedeutet nicht automatisch, dass sie im Unternehmen bereits aktiviert oder für alle Nutzer freigegeben ist. Konfiguration, Berechtigungen und organisatorische Voraussetzungen bleiben Teil der Einführung.
Wir empfehlen, vor einer breiten Einführung die tatsächlichen Anwendungsfälle zu priorisieren. So könnt ihr feststellen, welche Funktionen einen relevanten Mehrwert bieten und welche Anpassungen für einen stabilen Betrieb erforderlich sind.
Quelle: SAP Community: What’s New in the SAP SuccessFactors App for Microsoft Teams – 2H 2026 Release.
Abkündigungen und Migrationen: Welche Funktionen sind betroffen?
Neben neuen Funktionen gehören auch Deprecations und geplante Löschungen zur Release-Vorbereitung. Unternehmen sollten zwischen dem Ende der Weiterentwicklung, dem Ende der Wartung und der tatsächlichen Entfernung einer Funktion unterscheiden. Diese Statusangaben haben unterschiedliche Konsequenzen für die Planung.
Legacy Goal Management
Die neueste Version von Goal Management bringt Änderungen am Funktionsumfang und an der Konfiguration mit sich. Unternehmen, die noch Legacy Goal Management einsetzen, sollten ihre verwendeten Funktionen und Vorlagen mit der aktuellen SAP-Dokumentation abgleichen und eine mögliche Migration zunächst in einer geeigneten Testumgebung bewerten.
Aus der strategischen Ausrichtung auf die neueste Version allein lässt sich keine pauschale Abschaltung sämtlicher bestehender Legacy-Systeme zum Production-Termin ableiten. Entscheidend sind der dokumentierte Status der jeweiligen Funktion und die konkrete Konfiguration.
Channel Management in der mobilen App
Für das Channel Management im Team-Tab der SAP SuccessFactors Mobile App nennt die SAP Community das Ende der Weiterentwicklung und Wartung zum 22. September 2026 sowie eine geplante Löschung am 17. November 2026 mit App-Version 18.0.0. Die Funktionen zur Kanalverwaltung wurden in andere Bereiche der mobilen App verlagert.
Unternehmen sollten prüfen, ob Beschäftigte und Führungskräfte diese Funktionen verwenden. Falls dies der Fall ist, sollten die geänderte Navigation, die Auswirkungen auf bestehende Arbeitsabläufe und die Kommunikation an betroffene Nutzer eingeplant werden.
Wir empfehlen, für jede relevante Abkündigung festzuhalten, welche Funktion betroffen ist, welche Nutzergruppen sie verwenden, welcher Termin gilt und welche Maßnahme daraus folgt. So entsteht eine nachvollziehbare Grundlage für die Planung.
Checkliste: So bereiten HR-IT-Teams das 2H-2026-Release vor
Wir empfehlen eine strukturierte Release-Vorbereitung, die relevante Änderungen von nicht benötigten Funktionen trennt und Tests auf die geschäftskritischen Prozesse konzentriert.
1. Betroffenheit und Prioritäten klären
- Die eingesetzten SuccessFactors-Module und kundenspezifischen Erweiterungen dokumentieren.
- Release-Änderungen nach ihrer Relevanz für die eigene Systemlandschaft kategorisieren.
- Deprecations, Deletions und mögliche Änderungen an Integrationen gesondert erfassen.
- Verantwortliche für die fachliche Bewertung der Änderungen benennen.
2. Testumfang festlegen
- Geschäftskritische Prozesse und Schnittstellen priorisieren.
- Testfälle für Berechtigungen, Workflows, Formulare, Reports und Integrationen erstellen.
- Erwartete Ergebnisse und fachliche Abnahmekriterien vor dem Test definieren.
- Fehler dokumentieren, Verantwortliche zuweisen und die Behebung nachverfolgen.
3. Änderungen kontrolliert vorbereiten
- Notwendige Konfigurationsänderungen und mögliche Migrationen identifizieren.
- Verantwortlichkeiten für fachliche Freigaben und technische Anpassungen festlegen.
- Auswirkungen auf Endanwender dokumentieren und erforderliche Schulungen vorbereiten.
- Den verbindlichen Production-Termin des eigenen Tenants bestätigen.
4. KI-Funktionen separat bewerten
- Verfügbarkeit und technische Voraussetzungen für relevante Joule-Funktionen prüfen.
- Datenqualität, Berechtigungen und Datenschutzanforderungen bewerten.
- Für geplante Anwendungsfälle Verantwortlichkeiten und Erfolgskriterien definieren.
- Neue KI-Funktionen erst produktiv einführen, wenn fachliche und technische Freigaben vorliegen.
Unsere Empfehlung: Nicht jede Release-Änderung benötigt denselben Testaufwand. Priorität sollten Änderungen mit Auswirkungen auf geschäftskritische Prozesse, personenbezogene Daten, Schnittstellen und bestehende Konfigurationen erhalten.
Wie wir euch bei der SAP SuccessFactors Release-Vorbereitung unterstützen
Ein SAP-Release bringt zahlreiche Änderungen mit sich. Die Herausforderung besteht nicht darin, jede neue Funktion umzusetzen, sondern die relevanten Entwicklungen zu identifizieren und daraus die richtigen Entscheidungen für die eigene Systemlandschaft abzuleiten.
Wir unterstützen euch dabei, Release-Änderungen einzuordnen, Auswirkungen auf bestehende HR-Prozesse zu bewerten und sinnvolle Prioritäten für die Vorbereitung festzulegen.
Gemeinsam betrachten wir, welche Module und Prozesse betroffen sind, wo genauer hingeschaut werden sollte und welche Maßnahmen vor dem Produktiv-Upgrade sinnvoll sind. Dabei unterscheiden wir zwischen notwendigen Anpassungen, möglichen Optimierungen und Themen, die zunächst zurückgestellt werden können.
Unser Ziel ist eine klare, praxisorientierte Einschätzung statt einer unpriorisierten Liste neuer Funktionen.
Ihr möchtet wissen, welche Auswirkungen das SAP SuccessFactors 2H-2026-Release auf eure Systemlandschaft hat?



