Kontakt

KEINE PANIK Vol. 2 – Teil 6: Wer fragt, der führt: Was Change-Management in SAP-Projekten wirklich bedeutet

Logbuchnotizen der Crew des Raumschiffes AURORA über ihre Sta(H)R-Transformation im Mittelstand, den Wert erfahrener Bergführer und ihre Abenteuer auf dem Planeten Datura.

Ein Aufstieg mit Fragezeichen

Auf Datura gibt es einen Berg, den selbst die Einheimischen meiden: TRUDJDELIKUMKUMSAP4000. In der Sprache der Valori heißt das so viel wie „der Berg, dessen Namen man besser nicht ausspricht“ – was ohnehin kaum ein Tourist fehlerfrei hinbekommt.

Oben auf dem Gipfel steht der Signalturm, den die Crew der AURORA dringend erreichen muss. Ihr altes HR-System läuft aus dem Support, und das Universum kennt bei Fristen kein Pardon. Es ist Tag drei der Expedition.

Korvo, der Valori, kennt jeden Stein am Berg. Er gibt das Tempo vor, seine Männer schultern das Gepäck. Maya Bex sorgt dafür, dass niemand zurückbleibt. Nur Levaro wirkt heute überraschend leichtfüßig – gestern noch hat ihn jeder Anstieg ausgebremst.

An einer Weggabelung bleibt Korvo abrupt stehen. Links: ein enger Kamin zwischen zwei Felswänden. In der Mitte: ein flacher, breiter Pfad. Rechts: steil, direkt nach oben. Korvo und seine Männer stellen wortlos die Rucksäcke ab.

Levaro tritt vor, zeigt entschlossen nach rechts. „Da! Den nehmen wir.“

Die Valori bleiben regungslos.

„Ich glaube, die haben uns nicht verstanden“, sagt Levaro und wiederholt die Geste, diesmal energischer. Korvo lehnt sich ruhig gegen einen Felsblock und mustert den Captain. Seine Männer machen es ihm nach.

Wer trägt hier eigentlich was?

Leo blickt von seinem laminierten Projektplan auf. Sein Blick bleibt am Rucksack eines Valori hängen. Auf einer Seite wölbt sich etwas Schweres nach außen.

Er pfeift leise. „Sieht so aus, als hätte das Fundstück vom Captain einen neuen Träger.“

Falk schiebt nach: „Ob das freiwillig passiert ist?“

 

Priya verschränkt die Arme. „Captain Levaro! Was soll das? Kein Wunder, dass Sie heute so flott unterwegs sind.“

Levaro grinst. „Agilität gehört eben zur Führung, Priya.“

Priya bleibt hartnäckig. „Und das Artefakt, das Sie zwei Tage lang gebremst hat?“

Levaro zuckt die Schultern. „Das war eine logistische Entscheidung. Außerdem werden die Valori fürs Tragen bezahlt. Können wir jetzt weiter?“

Zu laut gedacht

Korvo hält Levaro einen Moment lang im Blick, sagt aber nichts und wendet sich ab.

Maya beobachtet die Szene. Sie hat das Tuscheln in der Nacht bemerkt und das kurze Zögern, als Leo gestern die Vergütung auf Trentaris-IV erwähnte.

Sie fragt in die Runde: „Hat einer von euch Korvo eigentlich mal gefragt, was er für diese Etappe braucht?“

Leo zuckt mit den Schultern. „Wir haben ihm den Plan gezeigt.“

Maya bleibt ruhig: „Einen Plan zeigen ist nicht fragen.“

Levaro wird ungeduldig, dreht sich weg und raunt Leo zu: „Gib den dreien einfach ein Extra aus dem Reisekostenbudget, dann machen die schon mit. Immer noch günstiger als auf Trentaris-IV. Das wissen die ja nicht.“

Leo kramt nach seinem Münzbeutel.

Da sagt Korvo laut: „Es ist nicht klug, die Menschen auszunutzen, auf die man angewiesen ist.“

Leo lässt den Beutel blitzschnell wieder verschwinden.

Levaro und Leo starren Korvo an. Die Valori blicken zu Boden. Priya ist die Erste, die sich fängt.

„Sie sprechen unsere Sprache? Warum haben Sie das nie gesagt?“

Korvo lächelt. „Man hat mehr Ruhe, wenn alle denken, man versteht nichts. Und man bekommt mehr mit.“

Falk flüstert Maya zu: „Wenn das so weitergeht, bist du bald überflüssig.“

Maya grinst. „Genau das ist das Ziel.“

Ein Weg ohne Bergführer

„Gut“, knurrt Levaro, „wenn ihr hier streiken wollt, gehen wir eben allein weiter.“ Er setzt zum rechten Pfad an.

Korvo bleibt ruhig. „Dort droht Steinschlag seit gestern.“

Levaro hält inne, sucht Mayas Blick. Sie nickt ihm zu und bittet alle, sich zu setzen. Nach und nach bildet sich ein Kreis.

Maya wartet, bis alle sitzen. „So kommen wir hier nicht weiter.“ Sie schaut Levaro an. „Drei Sachen. Fangen wir mit dem Rucksack an. Sie haben einen von Korvos Männern das Artefakt tragen lassen – ohne zu fragen, ohne Erklärung. Das geht nicht. Egal, was abgemacht war.“

Levaro senkt den Blick und nickt.

Maya wendet sich an Leo. „Zweitens: Die Vergütung. Heute wurde klar, dass das Ungleichgewicht bekannt war. Wertschätzung ist die Grundlage für Zusammenarbeit. Klären Sie das bitte mit Korvos Team.“

Leo schaut betreten zu Korvo und nickt ebenfalls.

Dann wendet sich Maya an alle. „Drittens: Kommunikation. Korvo wurde nicht nach seiner Einschätzung gefragt, hat aber jede Entscheidung mitgetragen. Das ändert sich ab jetzt. Wer hier führt, braucht das Wissen derer, die den Berg kennen.“

Gemeinsam entscheiden, gemeinsam weitergehen

„Also, Korvo“, sagt Maya. „Die Crew hört dir jetzt zu.“

Korvo schaut in die Runde. „Ich brauche den Tagesplan am Abend vorher. Meine Einschätzung der Route zählt, bevor ihr entscheidet. Und keine Aufgaben für meine Männer, ohne dass ich gefragt werde.“ Er zögert kurz. „Und zur Bezahlung: Ich habe gehört, was euer Controller über Trentaris-IV gesagt hat. Wir erwarten einen fairen Satz.“

Levaro fährt dazwischen. „Das kommt nicht infrage! Ich bin hier der Captain, ich entscheide, was gezahlt wird!“

Priya unterbricht ihn ruhig. „Levaro, ohne Korvo wären wir heute falsch abgebogen und im Sturm gelandet. Außerdem hat jemand seinem Team einen schweren Kasten in den Rucksack gelegt, ohne zu fragen. Wer gute Arbeit will, muss sie auch anerkennen – und bezahlen. Das gilt für Bergführer genauso wie für Key-User im Projekt.“

Leo nickt. „Captain, unser Budget reicht. Wir sollten die Männer fair bezahlen.“

Alle blicken zu Levaro. Nach kurzem Zögern sagt er: „In Ordnung. Trentaris-IV-Satz.“ Dann wendet er sich an Korvo. „Und ich entschuldige mich für den Rucksack.“

Priya fragt: „Welchen Weg nehmen wir jetzt?“

Korvo lächelt zum ersten Mal an diesem Tag. „Den mittleren. Breiter Pfad, kein Steinschlag. Dauert eine Stunde länger, ist aber sicher.“

Wenn das Engagement fehlt, hilft auch kein neues System

Korvos Anliegen ist typisch für SAP-Migrationsprojekte: Nicht Technik oder Budget bringen Teams ins Stocken, sondern fehlende Einbindung. Wer die Menschen nicht fragt, kann kein Projekt erfolgreich führen.

  • Change-Management beginnt früh. Wer erst informiert, wenn alles entschieden ist, bekommt nur Anwesenheit. Engagement entsteht, wenn Key-User und Fachbereiche schon vor dem Start einbezogen werden.
  • Ungefragte Mitläufer kosten Zeit und Geld. In jedem Projekt sitzen Menschen, die nie sagen konnten, was sie brauchen oder was ihnen fehlt. Ein einziges Gespräch spart später Wochen an Nacharbeit und Frust.
  • Faire Bedingungen sind Pflicht. Wer mehr verlangt als vereinbart war, muss offen kommunizieren und anerkennen, was geleistet wird. Das gilt für externe Partner genauso wie für interne Key-User, die neben dem Tagesgeschäft das Projekt stemmen. Wird das übergangen, ist Vertrauen schnell verspielt.
  • Unklare Aufgaben schaffen Widerstand. Wenn Mitarbeitende nicht wissen, warum sie etwas tun, bleibt das Engagement aus. Felder werden befüllt, weil es im Prozess steht – nicht, weil es Sinn ergibt. Nach dem Go-live rächt sich das doppelt.
  • Interimsprojektleitung schafft Verbindung. Hier kommt Xayambe ins Spiel: Wir sorgen für Transparenz, klare Tagesplanung und regelmäßige Statusrunden mit ehrlichem Feedback. Vereinbarungen werden dokumentiert und bleiben nachvollziehbar, auch wenn das Team wechselt. Wir übersetzen zwischen Auftraggeber, Dienstleister und denen, die den Weg wirklich kennen.

Manchmal ist Rückzug die klügste Strategie

Ein Donnerschlag hallt durch die Schlucht und unterbricht das Gespräch. Korvos Männer reagieren sofort und greifen nach ihren Rucksäcken.

„Wir müssen zurück“, sagt Korvo knapp. „Das nächste Lager ist zu weit. Hier oben ist es bei Gewitter zu gefährlich.“

Levaro protestiert: „Uns bleiben nur noch drei Tage. Ein Rückzug kostet Zeit, die wir nicht haben.“

Maya legt ihm ruhig die Hand auf die Schulter. „Vertrauen Sie dem, der den Berg kennt. Heute entscheidet Korvo. Sie tragen die Verantwortung für das Team.“

Levaro blickt zur dunkler werdenden Bergspitze, seufzt und nimmt das schwere Artefakt selbst wieder auf. Er nickt der Crew zu. Der Rückweg beginnt.

Kaum ist das alte Lager in Sicht, setzt der Regen ein. Korvos Männer zeigen, wie man auf dem TRUDJDELIKUMKUMSAP4000 ein Lager sturmsicher macht: Zelte raus, Heringe tief, Abspannleinen doppelt sichern. Als der Sturm losbricht und eine Leine reißt, ist Korvo schon draußen, um sie zu befestigen. Priya blickt ihm einen Moment verträumt hinterher und widmet sich gedankenverloren wieder ihrer Arbeit.

Logbuch, Ende (für heute)

Die Crew sitzt eng zusammen unter der Plane, noch tropfnass vom Sturm. Sie diskutieren, wie es morgen weitergeht: Was tun, wenn der Regen anhält? Wo ist es sicher, wo droht Steinschlag? Korvo erklärt die Optionen, die anderen hören zu, dann entsteht ein echtes Gespräch – zum ersten Mal gibt jeder seine Einschätzung ab. Leo notiert, Priya fragt nach, Falk ergänzt und Levaro stimmt zu. Am Ende liegt ein Plan auf dem Felsblock, den keiner allein hätte machen können.

Irgendwann in der Nacht misst Falk die schwindende Signalstärke und runzelt die Stirn. Ein verlorener Tag, eine schwindende Verbindung. Schlafen kann er danach nicht mehr.

Wie sorgt ihr in euren Projekten dafür, dass alle wirklich mitziehen? Wann habt ihr zuletzt nach den Bedürfnissen eures Teams gefragt – und nicht nur informiert?

 

#MayaBex #HRTransformation #SAPSuccessFactors #SAPHCMMigration #KeinePanik #Xayambe #DontPanic #HRDigitalisierung #Mittelstand #ChangeManagement #Interimsprojektleitung

Artikel teilen:

LinkedIn
XING
Facebook

Ihr Tourguide
zum Erfolg

Bild von Team Xayambe

Team Xayambe

Kontakt aufnehmen:

Kontaktieren

Weitere lesenswerte Artikel

Kontaktieren
Sie uns

Days :
Hours :
Minutes :
Seconds
data_experience

Sei live dabei am 10. Juli 2026 & Sichere dir jetzt dein Ticket