Ein misslungener Aufbruch
Es gibt im Universum eine bestimmte Art von Energie, die entsteht, wenn jemand beschlossen hat, dass heute der Tag der Tage ist. Sie ist an gestrafften Schultern und einem erhobenen Kinn erkennbar, das signalisiert: „Jetzt geht es los – und zwar so richtig!“
Captain Levaro verspürt diese Energie genau um halb sechs Uhr morgens, als er seinen Rucksack schnürt und von seinem Zelt aus auf den TRUDJDELIKUMKUMSAP4000 schaut (der seinerseits vollkommen unbeeindruckt zurückschaut, wie Berge das seit Äonen tun).
Maya Bex bereitet gerade das Frühstück über der letzten Glut des Lagerfeuers vor und wirft dem Captain, der Falk und Priya mit Motivations-Phrasen weckt, einen wissenden Blick zu. Leo ist bereits wach und rennt Korvo, dem Anführer der einheimischen Valori hinterher, der mit zwei seiner Leute die Vorräte für die Expedition sichtet.
„Ähm … Herr … Korvo, wissen Sie zufällig, ob der Tod eines Crew-Mitglieds durch einen Absturz als höhere Gewalt oder als Planungsfehler verbucht werden muss? Ich frage nur für die Aufstockung unserer Versicherungspolice …“
Korvo hält inne, mustert Leo von oben bis unten und wendet sich dann wortlos wieder den Vorräten zu.
„So, Kinder!“, ruft Levaro laut. „Auf, auf! Frühstücken können wir unterwegs. Es geht looohooos!“
„Captain, was haben Sie vor?“, fragt Maya Bex.
Levaro stemmt die Hände in die Hüften. „Na, den Berg erklimmen, um die Signalstation rechtzeitig zu erreichen. Wir haben uns gestern doch schon für eine Route entschieden. Also wenn Sie unsere Mission über Nacht vergessen haben, zeugt das ehrlich gesagt nicht so sehr von Ihrer ausgeprägten Berater-Kompetenz.“
„Ja, schon klar“, seufzt Maya Bex. „Ich weiß, dass Sie es eilig haben. Aber haben Sie sich schon Gedanken um die Ausrüstung gemacht? Mit wie vielen Valori gehen wir hoch? Wer trägt was? Sind wir vorbereitet, wenn der Südgrat eine Überraschung für uns bereithält? Zum Beispiel, wenn sich das Wetter dreht?“
Levaro schaut mit gerunzelter Stirn von Maya zum Berg und wieder zu Maya.
„Woher soll ich das wissen? Wir gehen einfach los und schauen, was kommt. So wie es echte Weltraum-Abenteurer halt so machen!“
Falk und Priya setzen sich neben Maya, nehmen sich ein paar getoastete Brotfladen und sehen interessiert zu, wie Leo Korvo mit einem Risikodiagramm in der Hand durch das Basislager verfolgt.
Drei Fragen zum Frühstück
„Bevor wir aufbrechen, müssen wir erst drei Dinge klären“, sagt Maya bestimmt. „Was wollen wir bis wann erreichen? Wer muss daran beteiligt sein? Und was besitzen wir überhaupt an Daten, Ausrüstung und Kapazität?“
„Aber wenn wir jetzt noch länger planen, verlieren wir Zeit, die wir nicht haben“, entgegnet Levaro. „Ich bin ein Mann der Tat, nicht der Worte!“
„Das könnte der Grund sein, warum der Aufstieg beim letzten Mal nicht funktioniert hat“, murmelt Falk und Priya kichert.
Levaro lässt sich zwischen die beiden ans Feuer plumpsen. Maya winkt Leo und Korvo zu sich.
Priya rückt ein Stück zur Seite, um dem Anführer der Valori Platz zu machen und richtet unauffällig ihre Frisur. Doch Leo huscht an Korvo vorbei und lässt sich auf die freie Fläche fallen. Priya starrt Leo fassungslos an, der sie freudig anstrahlt. Priya seufzt und blickt auf ihre Kaffeetasse, auf der „Beste HR-Chefin In This Universe“ steht.
„Also“, sagt Maya, als alle sitzen. „Der Reihe nach: Was ist unser konkretes Ziel?“
„Der Gipfel“, sagt Levaro wie aus dem Taser geschossen.
„Gut. Bis wann?“
„So schnell wie möglich.“
Maya legt den Stift hin. „Das ist keine konkrete Angabe, Captain. Was wissen wir über das Signal? Haben wir aktuelle Messwerte?“
Falk öffnet ein Fenster auf seinem Holo-Display. „Das Signal verliert weiterhin täglich an Stärke.“ Er dreht den Bildschirm zu Maya. „Wir haben noch fünf Tage, bevor die Verbindung zu instabil wird, um die Lizenz zu aktivieren.“
Maya schreibt das Ultimatum auf ihre Liste und unterstreicht es zweimal. „Alles, was wir planen, muss auf dieses Ziel einzahlen. Alles andere lassen wir weg.“
Zu viele Köche und ein Berg
„Kommen wir zum nächsten Punkt: Wer muss bei diesem Projekt dabei sein? Je mehr Leute dabei sind, desto mehr Kommunikationswege müssen vorher abgesprochen werden, damit jeder weiß, was er im Ernstfall zu tun hat“, erwidert Maya „Und wer entscheidet, wie wir uns bei einem Sturm verhalten? Auf der Route bleiben? Ausweichen? Schutz suchen?“
„Natürlich ich! Ich bin der Captain“, ruft Levaro.
„Auch ein Captain ist nicht allwissend. Auf welcher Basis treffen Sie Ihre Entscheidungen?“
Levaro überlegt kurz bevor er antwortet: „Falk weiß, was technisch geht. Priya kennt die Leute und was gerade auf dem Schiff läuft. Und Leo sagt, was der Spaß kostet.“
„Gut. Und was meinen Sie, wie viele Valori wir für unsere Tour brauchen?“
„Alle sechzehn natürlich“, sagt Levaro. „Viele Hände, schnelles Ende – hat schon meine Großmutter gesagt.“
Korvo richtet sich auf und sagt etwas, das klingt wie über Marmor rollende Felsbrocken.
„Er sagt“, übersetzt Maya, „dass von seinen sechzehn Männern hier nur zehn für den Aufstieg ausgebildet sind. Die anderen sechs müssen außerdem das Basislager bewachen.“
„Bewachen?“, flüstert Priya Leo zu. „Weswegen das denn?“
Leo zuckt nur mit den Schultern.
„Na, dann halt zehn“, sagt Levaro gönnerhaft.
Korvo grinst und sagt dann wieder etwas.
„Das kostet vierhundert Datura-Kronen. Pro Mann. Pro Tag“, übersetzt Maya.
Mit gerunzelter Stirn wirft Chef-Controller Leo seine Umrechnungstabelle auf seinem Holo-Display an. Dann schnappt er nach hörbar Luft. „Captain! Das liegt weit außerhalb unseres Budgets!“
Levaro verdreht die Augen. „OK! Dann halt nur fünf!“
„Auf keinen Fall. Höchstens drei!“, widerspricht Leo.
„Na schön! Korvo und zwei seiner Männer“, sagt Levaro kleinlaut.
Korvo sagt etwas und Maya lächelt. „Er sagt, das sei eine weise Entscheidung.“ Sie macht eine kleine Pause. „Also … sinngemäß.“
Was haben wir wirklich – der Moment der Wahrheit
„Dann ist das ja geregelt und wir können endlich hoch zum TUDDEL-Dings.“ Levaro reibt sich die Hände und deutet hinter sich zum Berg. Einer der Valori, der gerade eine Kiste an ihm vorbeiträgt, wirft ihm einen bösen Blick zu.
Plötzlich ertönt ein dumpfes Grollen, das bedrohlich durch das Tal hallt. Priya springt auf und sucht hinter Korvo Schutz, der ihr lächelnd etwas zuraunt.
„Nur ein Steinschlag zwischen den Felsen“, übersetzt Maya. „Das passiert auf der Südflanke manchmal nach Temperaturschwankungen. Völlig normal.“
Die Crew starrt schweigend zum Berg (alle bis auf Leo, der Korvo und Priya misstrauisch beobachtet).
Maya räuspert sich und betrachtet ihr Klemmbrett. „Dritte Frage: Was steht uns an Daten, Ausrüstung und Kapazität zur Verfügung?“
„Seile, Sicherungshaken, Navigationsgeräte – es ist fast alles da“, antwortet Falk. „Nur der Kälteschutz für die oberen Abschnitte des Südgrats fehlt noch. Und Reservebatterien für die Signalmessgeräte.“
„Kein Problem“, sagt Maya. „Die bestellen wir heute noch.“
Ein Captain in Panik
„Bestellen?“, ruft Levaro. „Dafür haben wir keine Zeit! Wir müssen heute los!“
„Wir brechen morgen früh auf“, sagt Maya bestimmt.
„Aber das ist ein verschwendeter Tag! In jedem Bergführer steht, dass man sechs Tage für die Tour über den Südgrat braucht. Wir sind jetzt schon viel zu spät dran!“
„Ganz ruhig, Captain. Sechs Tage ist die Schätzung für eine unvorbereitete Crew. Mit der richtigen Ausrüstung, den richtigen Leuten und einem klaren Plan sind es vier. Vielleicht sogar nur dreieinhalb. Eine Expedition ist nur so gut wie ihre Vorbereitung.“
Levaro verschränkt die Arme vor der Brust. „Wie Sie meinen. Dann morgen früh.“
Expedition ja – aber wer macht den Rest?
„Es gibt auch noch einiges, an das wir denken müssen. Wer sorgt zum Beispiel während unserer Expedition dafür, dass auf der AURORA alles weiterläuft?“, fragt Maya in die Runde.
Priya richtet sich auf. „Das ist eigentlich meine Aufgabe. Gehaltsabrechnung, Urlaubsanträge, Neueinstellungen. Aber Second Officer Daan kann das für mich übernehmen.“
„Dann bitte ich Sie, das heute noch mit ihm zu klären“, sagt Maya zu Priya. „Schriftlich und mit klaren Zuständigkeiten. Unsere Bestandsaufnahme war der erste wichtige Schritt in die richtige Richtung. Was ist tatsächlich vorhanden und belastbar? Das nennt sich Readiness-Check, und er verhindert, dass wir auf halber Höhe umkehren müssen.“
Drei Aufgaben und ein Vokabeltest
Maya schlägt die letzte Seite ihres Klemmbretts auf und verteilt die Tagesaufgaben. „Falk, kümmern Sie sich bitte um die Ausrüstung, das Signalmessgerät und die Bestellung der Reservebatterien. Priya kümmert sich um ihre Urlaubs- äh – Expeditionsübergabe und Leo um den Kostenrahmen für die nächsten fünf Tage.“
Leo hat bereits seinen Projektplan aufgeschlagen.
„Und was soll ich bis morgen machen?“, fragt Levaro.
„Sie lernen bis morgen früh, wie der Berg richtig heißt.“
„Korvo.“ Maya sieht ihn an und sagt etwas in seiner Sprache – drei Wörter, nicht mehr. Korvo hebt eine Augenbraue und nickt dann knapp.
„Was haben Sie ihm gesagt?“, fragt Priya.
„Dass morgen früh pünktlich aufgebrochen wird.“
„Und was hat er geantwortet?“
„Sinngemäß: Das sei das erste Mal, dass jemand vom anderen Schiff etwas sagt, das Sinn ergibt.“
Captain Levaro beschließt, das als Kompliment zu werten.
Was eine gute Vorbereitung wirklich bedeutet
Bevor eine SAP-HCM-Migration startet, braucht es eine Phase, die viele Unternehmen nur zu gerne überspringen wollen: die Vorbereitungsphase. Dabei ist sie das Fundament für Entscheidungen, die später unter Druck getroffen werden müssen.
Konkret bedeutet das: den Scope klar definieren, also was genau migriert wird, was nicht, bis wann und mit welchen Ressourcen und Stakeholder früh einbinden, bevor die ersten Weichen gestellt sind. Wer erst später ins Boot geholt wird, rudert häufig gegen die Richtung aller anderen, und das kostet im Zweifel Zeit und Geld.
Und es braucht einen ehrlichen Readiness-Check. Wie sauber sind die Daten wirklich? Wo laufen Prozesse noch manuell, die später automatisiert sein sollen? Wer hält das Tagesgeschäft am Laufen, während das Projektteam an der Migration arbeitet?
Xayambe begleitet genau diese Phase. Was ist für den Projektstart wirklich nötig? Was kann später kommen? Und was passt tatsächlich zur Situation des Unternehmens, statt nur im Angebot gut zu klingen? Das lässt sich gemeinsam herausfinden, wenn man sich die Zeit dafür nimmt.
Der Abend vor dem Aufbruch
Den restlichen Tag arbeitet die Crew an der Vorbereitung ihrer Expedition, bis die Sonne hinter dem TRUDJDELIKUMKUMSAP4000 versinkt.
„Sagt mal, haben die Valori ihre Zelte verlegt?“, fragt Falk, als alle wieder um das Lagerfeuer herumsitzen. Vier von den sechs Valori, die im Basislager bleiben sollen, haben ihre Unterkünfte gut zwanzig Meter weiter vom Berg weggerückt. Die anderen beiden sitzen mit missmutigen Gesichtern neben ihrem Anführer am Feuer.
Captain Levaro fragt bei Korvo nach dem Grund und Maya übersetzt zögerlich die Antwort: „Die Valori haben beobachtet, wie Sie heute Morgen dem Berg den Rücken zugedreht und seinen Namen falsch ausgesprochen haben. Auf Datura gilt das als schlechtes Omen. Sie gehen zu ihrer eigenen Sicherheit auf Abstand zu uns.“
„Ganz schön viel Wind um dieses TRUDDEL-Dings“, schnaubt Captain Levaro.
Aus der Ferne ertönt wieder ein dumpfes Donnern. Bis auf Korvo schauen alle zuerst zum Gipfel des Berges und dann zum Captain.
Levaro lacht unsicher auf: „Ach, das war doch bloß Zufall!“
Logbuch, Ende (für heute)
Morgen früh bricht die Crew endlich auf. In vier Tagen über den Südgrat zum Gipfel des TRUDJDELIKUMKUMSAP4000 ist ein sportliches Ziel! Doch die Route ist gut gesichert und bekannt.
Was der Berg noch bereithält, wer ihnen auf halber Höhe begegnen wird und warum Leo seinen Projektplan hätte wasserfest einschweißen sollen, ist eine andere Geschichte und soll im nächsten Teil erzählt werden.
Habt ihr auch schon mal gewusst, was zu tun wäre, und es trotzdem übersprungen? Oder sitzt ihr gerade vor einem Projekt, das gerne sofort loslegen würde, ohne zu wissen, wohin?





